DIE ENTSCHEIDUNG DES KREISTAGS ZUR ZUKUNFT DES KLINIKUMS

Trotz des knappen Ergebnisses war es eine richtige und sehr gute Entscheidung des Kreistages, nun erst einmal ein Gutachten erstellen zu lassen, um die Zukunft der Klinik Tuttlingen-Spaichingen einer objektiven Zweitmeinung zu unterwerfen. 2013 hatte Landrat Stefan Bär das bekannte Solidaris-Gutachten initiiert, was damals im Kreistag großen Zuspruch fand. So ist es auch jetzt nur sinnvoll und konsequent, vor einer solch weitreichenden Entscheidung das gesamte Klinikum nochmals von unabhängigen Experten prüfen zu lassen. Schließlich stehen den überschaubaren Kosten eines Gutachten aktuell noch nicht belegte Kosten einer Verlegung und Ausbau des Klinikums in Tuttlingen in zweistelliger Millionenhöhe gegenüber. Auch dem von Privatisierungsängsten verunsicherten Klinikpersonal in Spaichingen gilt dies als Signal, dem Klinikum Tuttlingen-Spaichingen vertrauensvoll weiterhin die Treue zu halten. Die Patienten brauchen und schätzen eure Empathie und Kompetenz.

Es gilt nun wieder, Frieden im Kreis zu halten. Dass wir nun, entgegen den bisherigen Plänen der Klinikleitung und des Landrats, überhaupt so weit gekommen sind, liegt an vielen Personen und Organisationen, denen es an dieser Stelle für ihren immensen Einsatz zu danken gilt. Zu allererst ist da die Bürgerinitiative für den Erhalt der Klinik rund um Dr. Dapp, die über 10.000 Unterschriften für ihre Sache gesammelt hat, die aufgeklärt und so manchem Entscheidungsträger Augen und Ohren für ihr Anliegen geöffnet hat. Viele Firmen aus dem Bereich Spaichingen und Heuberg haben sich solidarisiert und haben „Kante“ gezeigt, was wir in ihrer Situation als sehr mutig und durchaus nicht selbstverständlich erachten. Letztendlich hat jedoch der Kreistag entschieden. Bei vielen Kreisräten konnte man in den letzten Wochen einen Sinneswandel feststellen, der nur durch die unermüdliche interne Arbeit von Einzelnen, quasi im Verborgen, zustande kommen konnte. Vorwiegend war die geschlossene Haltung der CDU-Fraktion entscheidend für dieses sehr zufrieden stellende Ergebnis. Aber es hat auch Kreisräte gegeben, welche mutig gegen ihre Fraktion gestimmt haben, und dadurch die Mehrheit komplett machten.

Und nicht zuletzt gilt unser Dank den Bürgern selbst, die sich so wie wir bei Pro Spaichingen, frei und unabhängig von Parteizwängen in vielen Leserbriefen zur Sache erklärt haben. Das ist gelebte Bürgerbeteiligung, wie wir sie uns vorstellen.

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